ist gelernte Journalisten. Nach einem Pädagogik-Studium war sie Pressereferentin an den Universitäten Frankfurt und Osnabrück. Derzeit ist sie freiberuflich als Journalisten und Sachbuchautorin tätig. Mit ihrem redaktionsbüro diehl organisiert sie den jährlichen Software-Preis Giga-Maus von Eltern for family und HP und betreibt das Portal bildungsklick.de.
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Computer machen schlau
„Oh Mama, der will nicht, wo passt der denn hin?“ „Guck mal Papa. Ich hab's geschafft!“ Wenn die fünfjährige Anna und ihre dreijährige Schwester Paula am Computer sitzen, geht es hoch her. Von wegen Vereinsamung, Stumpfsinn oder gar Abdriften in virtuelle Welten. Die beiden spielen gemeinsam munter drauf los und beziehen auch Mama und Papa immer wieder mit ein ins Spielgeschehen. Genauso wie sie es beim Spielen mit Bauklötzen, Puppen oder auf dem Spielplatz tun.
Ihre Mutter sorgt sich nicht, dass ihre Kinder zu häufig am PC sitzen könnten. Die Pädagogin hat ihren Kindern früh den Zugang zum PC ermöglicht. Dabei hat sie allerdings auf zweierlei geachtet: Auf gute Software und darauf, dass das Angebot nicht zu umfangreich wird. Schließlich ist auch das Kinderzimmer nicht voll gestopft mit Spielsachen.
Kinder wollen nachahmen
Zwei- oder dreijährigen Kindern, das erleben auch andere Eltern, genügt nämlich ein gelegentlicher kurzer Ausflug in die digitale Welt auf dem Schoß von Mama und Papa. Vier- bis Sechsjährige können bereits selbständiger am Computer hantieren und dort mit ihren Lieblingsfiguren spielen und lernen. Dabei geht es nicht darum, die Kinder vor dem Computer zu parken oder gar sie möglichst früh in den Wettlauf um berufliche Zukunft zu schicken. Etwa unter dem Motto: ‚Nur wer früh genug mit Excel umgehen kann, wird auch mal für seine Rente sorgen können.' Es geht um den unspektakulären Zugang zum PC, der ohnehin beinahe allgegenwärtig ist. Kinder beobachten, wie ihre Eltern den Computer nutzen und möchten das nachahmen.
Auto fahren und Löwen streicheln
Sie wollen die Maus bedienen, tippen, ihre Werke ausdrucken und spielen. Denn das ist das Besondere: Hier müssen sie, anders als beim Fernsehen, selbst aktiv werden. Sie haben das Geschehen in der Hand. Sie können die Buchstaben zum Tanzen bringen, als Superhelden durch die Lüfte fliegen, Autos lenken oder mit den Löwen in Afrika sprechen.
Was schwierig ist, macht Spaß
Ein weiterer Grund, warum Computerspiele so beliebt sind: Kinder suchen Herausforderungen - auch beim Spielen. Und am Rechner müssen sich die Kinder ganz neuen, komplexen Aufgaben stellen. Das tun sie gern. Warum das so ist, schildert der amerikanische Psychologe Seymour Papert eindrucksvoll in seinem Buch "Die vernetzte Familie“: „Eine Kindergartengruppe wartete darauf, eine andere Gruppe abzulösen, die gerade ihre erste Begegnung mit dem Computer hatte. Ein Kind sah seinen Freund aus dem Computerraum kommen und fragte: ‚Wie war's?' Der Freund antwortetet: ‚Es hat Spaß gemacht.' Und nach einer Pause fügte er hinzu: ‚Es war ganz schön schwierig.'“ Diesen seltsamen Widerspruch klärt Papert auf: „Das Kind meinte, es machte Spaß, weil es schwierig war. Seither habe ich, von dieser Erfahrung sensibilisiert, immer wieder Kindern zugehört und weiß nun, dass diese Auffassung "was schwierig ist, macht Spaß" im Denken der Kinder weit verbreitet ist.“
Das richtige Futter
Der Satz „Computer machen Kinder schlau“ hat also durchaus seine Berechtigung. Eltern müssen die Computer nur richtig füttern. Mit guter Software. Bekannte Figuren, überschaubare Spielsequenzen mit unterschiedlichen Anforderungen und eine gute Portion spielerisches Lernen - das ist das Erfolgsrezept für gelungene Kindersoftware. Wichtig auch: Die eigenen Erfolge werden abgespeichert. Daneben lässt gute Kinderspiel- und Lernsoftware den Kindern zwischendurch mal Zeit zum Träumen. Spiele und Szenen, die die Kinder besonders mögen, können jederzeit wiederholt werden. Auch das unterscheidet den Computer von den klassischen Medien Radio und Fernsehen. Die spulen ihre Programme einfach ab.
Phantasie und Wirklichkeit
Wie Bücher und Filme setzen auch Computerspiele auf Phantasie und lassen Unmögliches möglich werden. Daneben gibt es aber immer wieder die Nähe zur Realität, wo virtuelle und echte Lebenswelten zusammenkommen. Zum Beispiel wenn es um Natur, Tiere oder um das Leben auf einem Bauernhof geht. So können Eltern und Kinder - etwa beim nächsten Sonntagsausflug - das Computerspiel mit der Wirklichkeit vergleichen.
Ute Diehl
ist ausgebildete Computermedienpädagogin sowie Heilpädagogin und seit 13 Jahren in der Erziehungsberatungsstelle Aschaffenburg tätig. Darüber hinaus rezensiert sie als freie Autorin Computerspiele und ist seit drei Jahren Jurymitglied für die GIGA MAUS, der Preis für ausgezeichnete Computerspiele der Zeitschrift Eltern for family.
Früh übt sich:
Lernspiele am Computer fördern die kindliche Entwicklung
Die Welt in der die Kinder heute aufwachsen ist von Medien geprägt. Doch bei vielen Eltern regen sich Widerstände bei der Vorstellung, dass kleine Kinder am Computer sitzen und spielen. Sie fürchten, dass ihre Kinder passiv vor dem Bildschirm bleiben, Probleme in der sprachlichen Entwicklung bekommen, oder sich zu wenig bewegen.
Doch viele Projekte mit Kindern schon im Vorschulalter haben gezeigt, dass die Befürchtungen bei vernünftigem Medienkonsum unbegründet sind.
Schon Vorschulkinder suchen nach neuen Themen und der Auseinandersetzungen mit Dingen. Kinder meistern komplexe Aufgaben und sind bei Erfolg sehr stolz. In diesem Altersabschnitt sind die Kinder besonders empfänglich für neue Herausforderungen. Damit ist der gezielte Einsatz des Computers in dieser Phase besonders günstig.
Neue Themen können Kinder besonders gut mit Lernsoftware erfassen: Spannend für diese Altersstufe sind Computerspiele, die Lernen und Spielen verknüpfen (Edutainment). Bei diesen Spielen wird mehr kommuniziert als beim reinen Fernsehen: Beim gemeinsamen Spielen beraten die Kinder und sprechen sich ab, wo und wie die Lösung des Spiels erreicht werden kann.
Die Kinder werden durch die multimediale Aufbereitung der Edutainment-Programme auf verschiedenen Sinneskanälen angesprochen. Sie können so den enthaltenen Lernstoff der Programme gut umsetzen und verinnerlichen.
Wichtig ist, dass Kinder lernen, mit Medien kompetent umzugehen, und Schlechtes vom Guten unterscheiden lernen. Dies kann nicht erreicht werden, indem die Kinder vor den digitalen Medien bewahrt werden. Viel wichtiger ist, ihnen einen sinnvollen und geeigneten Umgang mit dem Computer näher zu bringen.
Viele Grundschulen beziehen ab der 1. Klasse das Arbeiten am Computer mit ein. Haben die Kinder den Computer bereits im Vorfeld als Spielgerät kennen gelernt, fühlen sie sich im Umgang damit sicher. Die Koordination von Auge und Hand ist dann so weit gefördert, dass der Umgang mit der Computer-Maus keine Schwierigkeit mehr darstellt.
Oft lernen die Kinder den PC über ihre Eltern, die den Computer als Arbeitsgerät nutzen, oder die größeren Geschwister kennen. Hier entsteht dann der Wunsch, auch mal am Computer spielen zu dürfen. Der Einstieg zum Spielen am Computer sollte mit altersgerechter Software erfolgen. Wenn Ihre Kinder am PC spielen wollen, sollten Eltern auf einige Regeln achten:
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Spielen Sie gemeinsam mit ihrem Kind am PC
So können Sie die Reaktionen der Kinder mitverfolgen – ob sie Spaß daran haben, sich überfordert fühlen, oder mit den Anweisungen zurechtkommen. -
Welche Altersgruppe wird angesprochen?
Achten Sie besonders darauf, dass die Spiele in verschiedenen Schwierigkeitsstufen spielbar sind. Sonst sind Kinder schnell überfordert. -
Kann man das Spiel an jeder Stelle unterbrechen und abspeichern?
Das ist besonders wichtig, wenn die Kinder nur eine bestimmte Zeit spielen dürfen – Kinder trennen sich leichter vom Spiel, wenn sie wissen, dass der Spielstand gesichert wird. -
Wie ist die optische und akustische Aufbereitung des Spiels?
Schauen Sie, wie die Inhalte technisch aufbereitet sind. Auch als Laie merkt man schnell, ob Farbgestaltungen und Stimmumsetzungen gelungen sind. -
Gibt es einen direkten Zugang zu den beliebigen Spielorten, oder muss man sich durch eine Geschichte spielen?
Jedes Spiel sollte die Möglichkeit bieten, direkt an eine bestimmte Stelle des Spielverlaufs zu gelangen. Besteht diese Variante, wird das Spiel nicht so schnell langweilig und das Kind kann gezielte positive Erfahrungen sammeln. Denn dann kann es die Spiele spielen, bei denen es sich sicher fühlt, bevor es sich zutraut etwas Neues auszuprobieren.
Damit Sie keine böse Überraschung erleben: Die meisten Verlage bieten auf ihrer Homepage eine kurze Demoversion zum Testen an.
Cordula Dernbach





